Liese Prokop


Liese Prokop, geboren im Jahre 1941, wuchs in Korneuburg und in Tulln auf, wo sie 1959 am Gymnasium Tulln ihre Matura ablegte. Das anschließende Studium der Leibeserziehung und Biologie in Wien brach sie 1962 nach dem Tod ihres Vaters ab. Danach arbeitete sie als Jugendbetreuerin und begann ihre sportliche Laufbahn.

Sie war mit dem Trainer Gunnar Prokop seit 1965 verheiratet und Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter. Nach Beendigung der aktiven Sportlaufbahn wurde sie am 20. November 1969 Landtagsabgeordnete der ÖVP im niederösterreichischen Landtag. Sie zählte in Österreich damit zu den ersten Quereinsteigern in der Politik.

Als niederösterreichische Landesrätin von 1981 bis 1992 unter Landeshauptmann Siegfried Ludwig waren vor allem Sport und Familie ihr Ressort. Ab 1992 war sie bei Landeshauptmann Erwin Pröll Landeshauptmann-Stellvertreterin. In dieser Funktion engagierte sie sich bei der Förderung von sportlichen und kulturellen Aktivitäten in Niederösterreich.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Ernst Strasser als Innenminister am 10. Dezember 2004 wurde Liese Prokop am 22. Dezember 2004 von Bundespräsident Heinz Fischer auf Vorschlag von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel als erste Frau in diesem Amt angelobt. In ihre Amtszeit fiel die Durchführung der von ihrem Vorgänger begonnenen Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie.
Am 31. Dezember 2006 starb Liese Prokop auf dem Weg ins Krankenhaus an einem Riss der Aorta. Sie wurde in Annaberg begraben.